Übersicht für Unternehmen

Nachhaltigkeit & Compliance

Von der CO₂-Bilanz bis zum Digitalen Produktpass: Ein strukturierter Leitfaden zu den wichtigsten Begriffen, Pflichten und Chancen für Ihr Unternehmen.

Warum das Thema wichtig ist

Der EU Green Deal und das Pariser Klimaabkommen setzen den Rahmen: Europa soll bis 2050 klimaneutral werden. Für Unternehmen bedeutet das wachsende Anforderungen an Transparenz und Nachhaltigkeitsleistung.

Direkt betroffen?

Die CSRD erweitert schrittweise den Kreis berichtspflichtiger Unternehmen. Große Unternehmen, börsennotierte Firmen und später auch KMU können direkt unter die Berichtspflicht fallen.

Indirekt betroffen?

Auch ohne direkte Berichtspflicht: Kunden, Kapitalgeber und Ausschreibungen fordern zunehmend Nachhaltigkeitsdaten. Die Lieferkette transportiert Anforderungen nach unten.

Nicht berichtspflichtig? Freiwillige Standards wie VSME (Voluntary SME Standard) oder GRI ermöglichen eine strukturierte Berichterstattung ohne den vollen CSRD-Aufwand. Das stärkt Ihre Position bei Finanzierungen und in der Lieferkette.

Vom Unternehmen zum Produkt: Der Zusammenhang

CCA → CO₂-Bilanz

Unternehmensemissionen (Scope 1, 2, 3)

LCA → EPD

Produktökobilanz → Verifizierte Deklaration

DPP

Digitaler Produktpass mit allen Daten

Der Weg zur Nachhaltigkeits-Compliance

Diese sieben Schritte führen Sie strukturiert durch die wichtigsten Meilensteine.

1

Regulatorischen Status klären

Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen direkt unter die CSRD fällt oder indirekt von Anforderungen aus der Lieferkette betroffen ist.

2

Datenbasis aufbauen

Erfassen Sie Energie- und Betriebsdaten: Stromverbrauch, Wärme, Fuhrpark, Lastprofile, Eigenerzeugung (z.B. PV) und Effizienzmaßnahmen.

3

CO₂-Bilanz erstellen (CCA)

Berechnen Sie Ihre Unternehmensemissionen nach GHG Protocol in Scope 1, 2 und 3. Dokumentieren Sie Methodik und Datenquellen.

4

Reduktionsziele definieren

Legen Sie messbare Klimaziele fest und identifizieren Sie Hebel: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Prozessoptimierung.

5

Produktbezogene Analyse (LCA)

Falls relevant: Erstellen Sie Ökobilanzen für Ihre Produkte (Gate-to-Gate oder Cradle-to-Gate) mit GWP als Leitkennzahl.

6

Verifizierung & Zertifikate

Lassen Sie Ihre CO₂-Bilanz oder Produkt-LCAs verifizieren. Bei Bedarf erstellen Sie EPDs für Ihre Kernprodukte.

7

Reporting & Kommunikation

Integrieren Sie die Daten in Ihre Berichterstattung (CSRD/freiwillig) und bereiten Sie sich auf den Digitalen Produktpass vor.

Scope 1, 2, 3: Die drei Emissionskategorien

Scope 1

Direkte Emissionen aus eigenen Quellen

  • Eigene Heizungsanlagen (Öl, Gas)
  • Firmeneigene Fahrzeuge
  • Produktionsprozesse

Scope 2

Indirekte Emissionen aus Energie

  • Eingekaufter Strom
  • Fernwärme / Fernkälte
  • Dampf

💡 PV-Eigenverbrauch senkt Scope 2 direkt

Scope 3

Emissionen in der Wertschöpfungskette

  • Eingekaufte Materialien
  • Logistik / Transport
  • Produktnutzung & Entsorgung

Begriffe kurz erklärt

CCA(Corporate Carbon Accounting)

Oberbegriff für die systematische Erfassung und Dokumentation aller Treibhausgasemissionen eines Unternehmens.

CSRD(Corporate Sustainability Reporting Directive)

EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Definiert, wer berichten muss und welche Standards gelten.

GHG Protocol(Greenhouse Gas Protocol)

Der international anerkannte Standard zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen in Scope 1, 2 und 3.

Scope 1(Direkte Emissionen)

Emissionen aus eigenen Quellen: Verbrennung in Anlagen, Fuhrpark, Produktionsprozesse.

Scope 2(Indirekte Emissionen (Energie))

Emissionen aus eingekaufter Energie: Strom, Fernwärme, Dampf. Hier wirkt PV-Eigenverbrauch direkt.

Scope 3(Wertschöpfungskette)

Alle anderen indirekten Emissionen: Lieferanten, Logistik, Geschäftsreisen, Produktnutzung, Entsorgung.

LCA(Life Cycle Assessment)

Produktbezogene Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus. Basis für EPDs und Carbon Footprints.

GWP(Global Warming Potential)

Kennzahl für die Klimawirkung in kg CO₂-Äquivalenten. Zentrale Metrik in LCAs und EPDs.

EPD(Environmental Product Declaration)

Verifizierte Umweltdeklaration für Produkte, basierend auf LCA. Wichtig für Ausschreibungen und B2B.

DPP(Digital Product Passport)

Digitaler Datensatz mit Produkt-Informationen zu Herkunft, Umweltwirkung und Recyclingfähigkeit.

Was bringt Ihnen das?

Marktzugang sichern

In vielen Branchen und Ausschreibungen werden Nachhaltigkeitsnachweise zunehmend vorausgesetzt.

Finanzierung erleichtern

Banken und Investoren bewerten Nachhaltigkeitsperformance bei Kreditentscheidungen.

Lieferketten-Anforderungen erfüllen

Große Unternehmen fordern zunehmend Daten von ihren Zulieferern ein.

Wettbewerbsvorteile nutzen

Transparente Klimadaten stärken Ihre Position bei umweltbewussten Kunden.

Häufige Fragen

Unverbindliche Erstanalyse

Wir prüfen gemeinsam, wo Sie stehen und welche Schritte für Ihr Unternehmen sinnvoll sind.

Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.